Smart City: Asien

Top-Smart-Citys der Welt und was wir von anderen Nationen lernen können

Die Verfasser von Rankings sind sich hĂ€ufig uneinig ĂŒber die SpitzenplĂ€tze. So auch beim Wettbewerb um die modernsten Smart Cities der Welt. Die USA landen hĂ€ufig auf Platz 1. San Francisco gilt als „Innovation Capital of the world” New York City fĂŒhrt hĂ€ufig die Bestenliste als eine der am weitesten entwickelten Smart Cities der Welt an. Aber auch Asien ist weit vorn bei der Entwicklung moderner vernetzter StĂ€dte und investiert Milliarden in die Zukunft.

Smart City – was ist das eigentlich genau? Bei diesem Konzept geht es um eine bessere Vernetzung des urbanen Lebens, oder die Frage, wie man StĂ€dte durch den Einsatz moderner Technologie effizienter, klimaschonender und lebenswerter macht. Weil immer mehr Menschen in stĂ€dtischen Gebieten leben, stellt sich die Frage, ob die Bereiche Wirtschaft, Verwaltung und MobilitĂ€t mit den individuellen WĂŒnschen und steigenden Anforderungen an die Umwelt in Einklang gebracht werden können. Die Antwort darauf ist die Smart City – eine intelligente Stadt mit Internet-of-Things-Technologien.

Singapur, Hong Kong, Tokio und Dubai

Der sĂŒdostasiatische Stadtstaat ist mit 8000 Einwohnern pro Quadratkilometer die am zweitdichtesten besiedelte Metropole der Welt. Mithilfe von Sensoren werden Informationen ĂŒber das Verkehrsaufkommen sowie die FußgĂ€ngeraktivitĂ€t in der ganzen Stadt gesammelt und an die Behörden weitergeleitet. Fast 95 Prozent der Haushalte verfĂŒgen ĂŒber einen Breitbandzugang und Open Sourcing ermöglicht es, das alle diese Informationen nutzen können. Die Arbeit an „Virtual Singapore”, einem dynamischen 3D-Stadtmodell mit einer kollaborativen Datenplattform, geht weiter voran. Öffentliche und private Unternehmen arbeiten daran, Apps und Dienstleistungen zu entwickeln, um Smart-Home-Technologien wie Hausenergie- und Wasser-Managementsysteme sowie Überwachungssysteme fĂŒr Ă€ltere Menschen weiter zu entwickeln. Ingenieure analysieren die WindstĂ€rke und Sonneneinstrahlung, um neue GebĂ€ude besser planen und bauen zu können. Bis zum nĂ€chsten Jahr will die Regierung eine intelligente, energieeffiziente Beleuchtung fĂŒr alle öffentlichen Straßen implementieren und auf den DĂ€chern von mehr als 6000 GebĂ€uden Sonnenkollektoren installieren.

Hongkongs Minister fĂŒr Innovation und Technologie setzt sich massiv dafĂŒr ein, Smart-City-Dienste zu beschleunigen: Mehr als 100 Initiativen wurden gestartet – darunter „Smart Government” und „Smart Economy”. Ein attraktives Feature ist ein neuer, mobil freundlicher City-Dashboard-Screen. Daten, die von verschiedenen Regierungsbehörden gesammelt zeigen Echtzeit-Bilder, Karten, und Diagramme mit Informationen wie der durchschnittlichen Verkehrsgeschwindigkeit in verschiedenen Bezirken und Tunneln am und geben Hinweise auf Temperatur und Niederschlag. ParkplatzverfĂŒgbarkeit und Daten von Bussen und Bahnen sollen ebenfalls implementiert werden.

Mehr als die HĂ€lfte der Weltbevölkerung lebt in stĂ€dtischen Gebieten, in Japan sind es sogar 92 Prozent. Das Land fördert deshalb neue Entwicklungsstrategien fĂŒr StĂ€dte. Als eine der beliebtesten Metropol-Regionen der Welt steht die Stadt hĂ€ufig weit oben in Smart-City-Rankings – vor allem wegen ihrer Wirtschaftlichkeit und ihrer Nachhaltigkeit: Ein Beispiel ist die „Fujisawa Sustainable Smart Town”. Diese Siedlung mit 2000 Bewohnern wurde auf dem GelĂ€nde einer alten Panasonic-Fabrik gebaut. Die HĂ€user sind mit Sonnenkollektoren und intelligenten Überwachungssystemen ausgestattet. So können die Bewohner ihren Energieverbrauch sowohl auf Haushalts, als auch auf Gemeindeebene verfolgen. Um die C02-Werte zu reduzieren, werden die Bewohner fĂŒr grĂŒnes Verhalten belohnt. Außerdem werden sie ermutigt, Fahrrad zu fahren und Elektrofahrzeuge zu nutzen und zu teilen. Die Planer entwarfen eine 100-Jahres-Vision, die alle Lebensaspekte berĂŒcksichtigt: von Energie ĂŒber Sicherheit, MobilitĂ€t, Wellness, Gemeinschaft und fĂŒr NotfĂ€lle.

Das Emirat befindet sich mitten in einem siebenjĂ€hrigen „Dubai-Plan 2021″ zur Digitalisierung aller Regierungsdienste, darunter etwa 100 Initiativen in den Bereichen Verkehr, Kommunikation, Infrastruktur, ElektrizitĂ€t, Wirtschaftsdienstleistungen und Stadtplanung. Fast 90 Regierungsdienste sind digitalisiert und ĂŒber die „DubaiNow”-App zugĂ€nglich. Ein Überwachungssystem fĂŒr Busfahrer, das kĂŒnstliche Intelligenz verwendet, hat, laut der Straßen- und Verkehrsbehörde, die durch MĂŒdigkeit verursachten VerkehrsunfĂ€lle extrem reduziert. In der Stadt gibt es bereits drei autonome Polizeistationen, auf denen die Menschen Geldstrafen zahlen oder VorfĂ€lle melden können, ohne mit einer Person zu sprechen. Dubai setzt auf eine Vielzahl von Hightech-Projekten mit innovativer Technologie: Bauunternehmer haben kĂŒrzlich mit einem 3D-Drucker ein zehn Meter hohes, 7000 Quadratmeter großes BetongebĂ€ude gebaut – nur ein Versuch, aber eine Vision was in absehbarer Zeit möglich ist. Das vielleicht bekannteste Projekt ist der „Hyperloop Dubai”-Abu Dhabi-Tunnel: In der „Raketenkapsel” sollten GĂ€ste zukĂŒnftig mit Geschwindigkeiten von bis zu 1000 Km/h durch einen Vaccuum-Tunnel reisen. Die Strecke Dubai – Abu Dhabi dauert dann keine zwölf Minuten mehr. Der „Hyperloop” wird mehr als sechs Milliarden US-Dollar kosten, wenn das 151 Kilometer lange System fertiggestellt ist. Geld, das die klugen Investoren gern locker machen, um ganz vorn in der Smart-City-Welt mitzumischen! Ein zehn Kilometer langer Abschnitt steht kurz vor der Fertigstellung. Der WĂŒstenstaat investiert gewaltige Summen in die Zukunftstechnologie: 25 Prozent aller Verkehrsmittel sollen bis 2030 autonom fahren!